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VFW - Nachrichten April 2004

Hier ist die online-Ausgabe unserer VFW - Nachrichten Kirchheim-Heimstetten vom April 2004.

 

Warum bin ich Mitglied bei der VFW?

von Harald Schottner

"Was hat denn die Gemeinde da wieder vor? Wie kann man nur so etwas genehmigen?"
Diese oder ähnliche Fragen, liebe Leser, haben Sie sich bestimmt schon öfter gestellt, wenn in unserer Gemeinde etwas geplant oder gebaut wurde, das Ihnen nicht gefallen hat.
Ende der 80er Jahre beherrschte die Diskussion um die geplante gigantische Ortsmitte die örtliche Politszene. Die o.a. Fragen beschäftigten mich damals und darüber hinaus fragte ich mich, ob ich nur "passiv", d.h. ausgedrückt durch meinen Wählerwillen oder auch aktiv die weitere Zukunft unseres Ortes mitgestalten wollte. Ich entschied mich für die aktive Variante und da ich relativ offen war für Argumente besuchte ich die Informationsveranstaltungen der Interessenvertreter jeglicher Couleur. Und blieb schließlich bei der VFW "hängen". Warum?

Die VFW und deren Ziele überzeugten mich, weil

1. die strikte kommunalpolitische Ausrichtung ein Agieren, unabhängig von Zielen und Vorgaben der "Mutterpartei", möglich macht
2. die Argumente sachlich und ausgewogen diskutiert wurden
3. man frühzeitig die Möglichkeit hat, auf Planungen und Entscheidungen Einfluss zu nehmen
4. nette Leute da waren, mit denen im Laufe der Jahre viele Freundschaften und Bekanntschaften entstanden sind
5. weil die Feiern und Veranstaltungen immer gelungen waren.

Wenn Sie, liebe Leser, die Zukunft unserer Gemeinde im Kreis von parteipolitisch unabhängigen Gleichgesinnten mitgestalten wollen, so sprechen Sie uns an oder besuchen Sie eine unserer Veranstaltungen und machen Sie sich selbst ein Bild von unseren Zielen und von uns.

Im Jahr 2004 feiert die VFW ihr 20-jähriges Bestehen mit einer Reihe von Veranstaltungen. Sie werden also ausreichend Gelegenheit haben, uns kennen zu lernen. Beachten Sie bitte die Ankündigungen in der örtlichen Presse sowie unsere Plakate. Wir freuen uns auf Sie.

Kontakt:
Wolfgang Heinzl, Tel.: 904 39 68, E-Mail: w.heinzl@t-online.de
Harald Schottner, Tel.: 66 53 94 22, E-Mail: hschottner@freenet.de

 

Die Rechenkünste der CSU!

Von Wolfgang Heinzl

Im letzten Parteiblatt der Kirchheimer CSU war zu lesen, "dass die Beschlussvorlagen, die unter Leitung des Bürgermeisters von der Gemeindeverwaltung erstellt werden, die Entscheidungsgrundlagen unzureichend darlegen und daher die Mehrzahl zur Nacharbeit an die Verwaltung zurückgegeben werden".

Folgender Sachverhalt ist richtig:

In den Jahren 2002 und 2003 wurden im Gemeinderat und in den Ausschüssen ca. 600 Tagesordnungspunkte behandelt. Von diesen behandelten Punkten wurden 6,5 Tagesordnungspunkte zurückgestellt bzw. verschoben. Wenn 6,5 von 600 bei der CSU -Fraktionssprecherin die Mehrzahl ist, dann schlage ich vor, dass die CSU-Gemeinderäte ihrer Fraktionssprecherin bei nächster Gelegenheit einen Taschenrechner schenken, denn die Parteikasse ist wie man hört ziemlich leer.

 

Wie soll die städtebauliche Entwicklung in Kirchheim aussehen?

von Gemeiderätin Anneliese Heinzl

In der Gemeinderatssitzung am 1. März 2004 stellte sich Professor Reichenbach-Klinke von der TU München vom Lehrstuhl Planen und Bauen im ländlichen Raum dem Gemeinderat vor. Er war eingeladen worden, dem Gremium sein Konzept für ein Kurzgutachten vorzustellen. Ziel des Gutachtens ist es, Entscheidungsgrundlagen der künftigen städtebaulichen Entwicklung zu erarbeiten.

Professor Reichenbach-Klinke wurde auf Antrag der CSU-Fraktion für die Gemeinde tätig. Unsere Fraktion war zunächst skeptisch, ob es Sinn macht, dieses Gutachten zu erstellen, doch die Vorstellung des Konzeptes überzeugte uns und wir danken der CSU für den Weitblick, der hinter diesem Antrag zu erkennen ist. Die Inhalte seines Gutachtens stellte er in einem kurzen Vortrag den Gemeinderäten in öffentlicher Sitzung vor:

In einem ersten Schritt wird er die unmittelbare Nachbarschaft von Kirchheim in ihrem Ist-Zustand darstellen und zusammen mit den Prognosen des Regionalplanes künftige Entwicklungen aufzeigen. Dann wird er speziell Kirchheim beleuchten, die bisherige Entwicklung, die geplante Entwicklung und speziell die Sondersituation Ortsmitte.

Der wichtigste Punkt der Untersuchung wird die Leitbilddiskussion sein, die Frage also: wohin will oder soll sich Kirchheim entwickeln? Hier ist eine Beteiligung der Bürger vorgesehen, sie werden befragt werden und werden diskutieren können über:

  • Veränderte Randbedingungen und die Konsequenzen für Kirchheim
  • Qualitätsverbesserungen für die bisher hier lebende Bevölkerung
  • Verkehrslösungen (innerörtliche und überörtliche)
  • Infrastruktureinrichtungen (nötige, überflüssige, wünschenswerte....)

Die Ergebnisse und Denkanstöße dieser Diskussionen werden dem Gemeinderat eine wertvolle Hilfe bei seiner Arbeit an der weiteren kurz- und längerfristigen Entwicklung dieses Ortes sein.

Unterstützen Sie unsere Arbeit, indem Sie sich an diesen Diskussionen beteiligen.

 

Kletterparadies in Heimstetten

Von Angela Hilger, Gemeinderätin

Haben Sie bei einem der vielen Feste im Räterzentrum oder beim Dorffest schon einmal die Kletterwand beobachtet, die dort jedes Mal aufgestellt wird? Ständig ist sie umlagert von großen und kleinen Zuschauern und Wartenden. Kaum sind die einen wohlbehalten unten angekommen, lassen sich die nächsten anseilen und wagen sich an die steile Wand, um dort hoch konzentriert nach oben zu klettern.

Da das Klettern in den Bergen, neudeutsch "Outdoorklettern" genannt, nur Wenigen vorbehalten ist, entstehen seit Jahren Hallen mit Kletterwänden. Dort wird den Kletterfreunden eine wetterunabhängige Trainingsmöglichkeit geboten. Hallenklettern ist Trendsport. Fachleute bescheinigen dieser Sportart, ein hervorragendes Ganzkörpertraining mit den Schwerpunkten Kraftausdauer, Koordination und Beweglichkeit zu bieten. Hallenklettern ist auch für Kinder hervorragend geeignet.

So ein "Fitness-Paradies" entsteht derzeit im Gewerbegebiet Heimstetten, und zwar in der Sonnenallee, direkt hinter dem Feuerwehrhaus. Dort wird eine Kletterhalle mit einer Fläche von 575 qm gebaut. Ein Kletterbereich von über 300 qm wird dem Training dienen, im Sauna- und Wellnessbereich mit einer Fläche von insgesamt fast 100 qm kann man sich anschließend entspannen. Abgerundet wird das Ganze durch einen Gastronomie- und Verkaufsbereich. Von außen wird das Gebäude optisch ansprechend gestaltet, eine ausreichende Zahl von Stellplätzen ist geplant.

 

Parallelstraße zur Autobahn A 99 zwischen Aschheim und Putzbrunn (B 471 neu)

Von Gemeinderat Dr. Werner Zanzinger

Seit längerem wird in der Öffentlichkeit eine Umgehungsstraße von Aschheim bis Putzbrunn parallel zur Bundesautobahn diskutiert. Initiator ist Aschheim, wo eine Ortsumgehung notwendig ist. Mittlerweile liegt die technische Machbarkeitsstudie eines Bauingenieurbüros vor. Diese sieht vor, dass auf der Westseite beginnend von der Autobahnausfahrt Aschheim/Ismaning eine Bundesstraße nach Süden läuft, die 3 Anschlüsse für unsere Gemeinde bietet:

An der Münchener Straße, an der Staatstraße 2082 Richtung Container-Bahnhof sowie an der Räterstraße ( Richtung See). Die Meinung in der Bevölkerung sowie im Gemeinderat zu dieser Straße ist geteilt.

Dafür:
Die Befürworter der Straße sehen eine Verbesserung des Verkehrs aus dem Ort heraus:
Sowohl aus Heimstetten als auch aus dem Kirchheimer Gebiet und darüber hinaus aus einem evtl. zu bauenden Ortszentrum. Auch möchte man den Nachbargemeinden für deren Entlastungsstraße nicht im Wege stehen.

Dagegen:
Die Gegner dieser Parallelstraße führen als Argument an, dass das evtl. neue Ortszentrum ohnehin über die Nordrichtung verkehrsmäßig zu erschließen ist. Die ausgebaute Staatsstraße 2082 Richtung Riem bietet dann genug Möglichkeit Richtung München zu fahren. Und die Verkehrsführung von Heimstetten in die Stadt ist über die M1 ausreichend gewährleistet. Außerdem wird eine zusätzliche Emission von Schadstoffen und Lärm befürchtet sowie eine erhebliche Verbreiterung der ohnehin bestehenden Autobahnschneise.Mit 17 : 8 wurde im Gemeinderat beschlossen, dass man sich weiter an den Planungen beteiligt und der Gemeinderat hat hierfür 30.000 EUR zur Verfügung gestellt. Verhandelt werden soll mit Aschheim allerdings noch über die prozentualen Anteile, die Kirchheim bei einem evtl. Bau tragen müsste, da der Nutzen für die Gemeinde Kirchheim-Heimstetten nur bedingt gesehen wird.

Eine wesentliche Entlastung ist mit dieser Straße vor allem für die Ortskerne von Aschheim und Feldkirchen zu erwarten. Und hier muss sehr genau geprüft werden in wieweit wir eine Entlastungsstraße unserer Nachbargemeinden mitfinanzieren können und wollen. Aktuell liegt in Grasbrunn ja der Antrag zu einem Bürgerbegehren vor, das genau den Bau dieser Straße verhindern soll. Wir werden dieses Bürgerbegehren mit Interesse verfolgen. Eine definitive Entscheidung Pro oder Contra der Parallelstraße B 471 wird erst möglich und auch erst gefällt werden, wenn die genauen Kosten für unsere Gemeinde bekannt sind. Wir werden am 20.04.2004 um 20 Uhr im Rahmen unseres VFW-Stammtisches detaillierter auf dieses Thema eingehen. Der Stammtisch findet im Merowinger Hof statt.

 

Collegium 2000 - Seniorenzentrum - Ein Fass ohne Boden?

Dr. Werner Zanzinger, VFW-Gemeinderat und Collegium - Aufsichtsrat

Am 22. Juli diesen Jahres wird das Seniorenzentrum bereits seit zwei Jahren in Betrieb sein. In der Gemeinde und insbesondere bei den älteren Bürgern kommt das Seniorenzentrum gut an.  So ist die Stimmung im Hause von Seiten der Bewohner als sehr gut zu bezeichnen und auch die Veranstaltungen finden ebenso wie die täglichen Angebote großen Zuspruch. Auch im Führungspersonal sowie bei den Pflegekräften ist mittlerweile eine gewisse Ruhe eingetreten und eine routinierte und von Kontinuität gezeichnete Arbeit ist festzustellen. Dennoch bleibt ein Wermutstropfen, der Ende März für lange Diskussionen im Gemeinderat sorgte.

Baukosten

Nach Abschluss der Baumaßnahmen und Überprüfung der Endrechnungen ergeben sich im Wesentlichen drei wichtige Punkte:

Zum einen war bei der Planung vom Architektenbüro eine viel zu günstige Gesamtkostenplanung angenommen worden. Viele Kosten, die mit dem Aufbau eines Pflegeheims verbunden sind, wurden in der Kostenplanung vergessen! Eine riesige Schlamperei des Architekturbüros!

Zum zweiten ist in einem sehr entscheidenden Bauabschnitt ein Unternehmen, das praktisch mit der gesamten Elektroinstallation beauftragt war, insolvent geworden. Wie ein Rattenschwanz verzögerten sich die weiteren Bauabschnitte, so dass auch hier erhebliche Mehrkosten entstanden sind, welche vorher nicht planbar gewesen sind.

Zum dritten wurde mit jedem Baufortschritt klar, dass wiederum aufgrund schlampiger und dilettantischer Planung, einige Nachbesserungen erforderlich waren (z.B. schalldichtere Türen, belastungsfähige Böden usw.). Auch dafür musste mehr Geld als geplant ausgegeben werden. Schließlich hat der Aufsichtsrat das Architektenteam gefeuert, da immer mehr Unstimmigkeiten aufkamen. Ein Projektsteuerer wurde eingesetzt, um alles zu Ende zu führen und dies hat auch gut geklappt.

Summarisch steht heute ein Seniorenzentrum der Gemeinde zur Verfügung, welches die Zufriedenheit aller Benutzer zeigt und der Gemeinde ging es, wie manchem Bauherrn, dass der Bau im Ende erheblich teurer ausgefallen ist als ursprünglich geplant. Dennoch ist die Qualität heute unumstritten und wir sind froh, dass wir das Seniorenzentrum in dieser Form haben.
Betriebskosten
Der jährliche Betrieb, der nun bereits über 1 1/2 Jahre nachverfolgt werden kann, zeigt im wesentlichen folgende Situation: Von den Einnahmen können die laufenden Ausgaben im wesentlichen gedeckt werden. Das Seniorenzentrum wurde allerdings mit Fremdkapital finanziert und deshalb sind hohen Zinsleistungen jährlich zu zahlen. Die Zinsen können aus dem Betrieb des Seniorenzentrums aber nicht erwirtschaftet werden. Hier ist die Gemeinde gefragt. Ein erheblicher Zuschuss pro Betriebsjahr ist erforderlich.

Im Gemeinderat wird deshalb in den nächsten Jahren zu diskutieren sein wie man das Seniorenzentrum entschuldet. Vergleiche mit anderen Gemeinden (Kleeblatt Kreis Ludwigsburg) zeigen, dass auch dort im wesentlichen die Immobilie von der Gemeinde gestellt wird (90 %) . Erst dann ist ein kostendeckender Betrieb möglich. Insofern liegen wir hier mit dem Seniorenzentrum insgesamt richtig. Insbesondere ist dies deshalb erfreulich, weil der Betrieb doch mit guter personeller Ausstattung läuft. Auch zusätzliche Aktionen wie Betreutes Wohnen zu Hause u. a. bereiten Aufwand, der im Betrieb entsteht.

Wir sind froh, dass insgesamt eine Rundum-Versorgung für unsere älteren Mitbürger mit einer kompletten Infrastruktur entstanden ist. Alle an der Planung und Ausführung beteiligten Parteien und Gemeinderäte sind deshalb froh, dass das Zentrum in der heutigen Form existiert. Für den weiteren Betrieb wünschen wir alles Gute.

 

Engagierte Bürger sind das Herz einer Gemeinde

von Harald Schottner

Unter dieses Motto stellt die VFW ihre Veranstaltungen im Jahr 2004. Ein besonderes Jahr für uns, wurden doch vor 20 Jahren die Freien Wähler in Kirchheim-Heimstetten "aus der Taufe gehoben". In dieser Zeit hat die VFW eine Vielzahl von Veranstaltungen durchgeführt, z. B. Politische Stammtische, Informations- und Diskussionsveranstaltungen, Konzerte, Kabaretts, Radl - Rallyes, Kindertheater, um nur einige zu nennen.

Auch im Jubiläumsjahr 2004 wollen wir die Tradition fortsetzen und möchten Sie schon jetzt zu unseren Veranstaltungen (siehe Motto) ganz herzlich einladen. Wir möchten mit Ihnen diskutieren, mit Ihnen feiern, mit Ihnen lachen und vielleicht auch den einen oder anderen animieren bei uns aktiv mitzuwirken.

Den Auftakt bildet ein Stammtisch zum Thema B 471 am 20.04. um 20.00 Uhr im Merowinger Hof

Mit Musik geht es weiter beim traditionellen Vatertagsjazz mit "Blue Heaven" am 20.5. ab 11.00 Uhr im Pausenhof des Gymnasiums

Die dritte Veranstaltung ist dem Kabarett gewidmet. Bayerisches Musikkabarett mit Werner Meier und seinem Programm "jawosammadenn" am 17.09. um 20.00 Uhr in der Aula des Gymnasiums

Für unsere Kinder folgt ein Schmankerl. Ein Konzert mit Werner Meier und Sternschnuppe am 18.09. um 15.00 Uhr in der Aula des Gymnasiums

Den Abschluss unserer Veranstaltungsreihe bildet wieder ein Stammtisch zu aktuellen Themen im Oktober

Merken Sie sich die Termine vor. Beachten Sie aber auch die Ankündigungen in der örtlichen Presse und auf unseren Plakatständern. Wir freuen uns darauf, Sie bei den Veranstaltungen der VFW begrüßen zu können.

 

Ortszentrum Kirchheim - aktueller Stand

Das Prokjekt "Ortszentrum" hat eine lange Geschichte. In der letzten Kommunalwahl 2002 wurde das Thema von den Parteien wieder aufgegriffen und versucht, der Gemeinde Untätigkeit vorzuwerfen um sich damit profilieren zu können. Man wollte den Eindruck erwecken, dass in unserer Gemeinde nichts vorwärts geht und deshalb andere regieren müssen. Ein verständlicher Versuch, die Wahl zu seinen eigenen Gunsten zu beeinflussen.

An dieser Stelle muss jedoch eines klar gestellt werden: Der Gemeinderat hat sich in den vergangenen Jahren sehr intensiv mit der Projektrealisierung in nichtöffentlichen Sitzungen befasst. Alle waren sich einig, dass dieses Projekt nur umgesetzt werden darf, wenn die Gemeinde dabei finanziell nicht auf der Strecke bleibt und die Qualität in unserer Gemeinde nicht zu kurz kommt. Die Beschlüsse hierzu wurden immer einstimmig gefasst. Dies zeigt, dass das Projekt nach intensiven Diskussionen durch die Gemeindevertreter bisher stets sehr sorgfältig und verantwortungsvoll behandelt wurde, um zum Vorteil der Bürger zu entscheiden. Jetzt gewinnt das Thema wieder an Aktualität, da die Bauträger, vertreten durch ihre Bank, einen neuen Vorschlag eingebracht haben.

Dabei versuchen Gemeinderäte vielleicht in Unkenntnis der Gesamtzusammenhänge, naiver Vereinfachungen oder Profilierungsabsichten eine Lagerbildung herbei zu reden, die nur noch Befürworter und Gegner kennt. Deshalb nochmals: Es war der einstimmige Wille des gesamten Gemeinderates, ein Ortszentrum zu entwickeln. Ein wesentliches Kriterium dabei war, dass die Rahmenbedingungen, d.h. die Auswirkungen auf die Gemeinde, zum Vorteil aller Bürger sind. Darüber gab es bisher auch einen Konsens im Gemeinderat. Seit einigen Monaten entsteht aber der Eindruck, dass sich Gemeinderatsmitglieder von dieser Zielvorstellung lösen. Gibt es da vielleicht Hintergründe, die wir nicht kennen?

Worum geht es jetzt und was ist zu tun?

Mit dem Ortszentrum wird die Gemeinde nicht kontinuierlich um einige Einwohner wachsen, sondern es werden in relativ kurzer Zeit einige Tausend neue Bürger dazukommen. Bisher war, wie auch vom Ortszentrumsplaner Herrn Goergens ausgeführt, von einem Zuwachs von 3000 bis 3300 Bürgern die Rede. Nach den bisherigen Entwicklungen sowie den neuen Überlegungen liegt der Zuwachs der Einwohnerzahl jetzt bei 6000 oder noch darüber. Es braucht sicher nicht viel Phantasie um zu erkennen, dass sich diese Dimension erheblich und nachhaltig auf unsere Gemeinde auswirkt und sie auch wesentlich verändern wird. Deshalb halten wir es in der VFW für unsere Pflicht, so weit es möglich ist, diese Auswirkungen abzuschätzen und die Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen. Erst danach können die Konsequenzen und konkreten Entscheidungen getroffen werden. Hier einige Punkte, die wir hinterfragen und die für uns geklärt sein müssen:

Verkehr

Nach der aktuellen Statistik besitzt derzeit jeder Einwohner in Kirchheim mehr als ein Auto. Das bedeutet, dass durch das OZ mit einem PKW-Zuwachs von 6000 Pkw zu rechnen ist. Um den täglichen Zu - und Abfluss dieser Autos bewältigen zu können, benötigen wir entsprechende Straßen. Die Verkehrsgutachter empfehlen eine Ost - oder Westtangente. Eine Osttangente (zwischen Kirchheim und Grub) ist politisch schwer durchsetzbar und ökologisch fraglich. Als Westtangente war ursprünglich die Verlängerung der Weißenfelder Str. bis zur Räterstr. geplant. Auch diese Variante scheidet wahrscheinlich aus, da sie technisch nicht oder nur schwer realisierbar ist. Bei dem zu erwartenden Verkehrsaufkommen bleibt deshalb nur die Variante "neue B 471", die von den Parteien (ursprünglich) und der Mehrheit der Bürger abgelehnt wird. Auch wir haben in der Verlegung der B 471 nur Nachteile gesehen.

In Verbindung mit dem OZ ergeben sich aber neue Gesichtspunkte, die berücksichtigt werden müssen. Es stellt sich dann natürlich auch die Frage, ob und wie die Gemeinde eine Bausumme von über 10 Mio € bezahlen kann, ganz abgesehen von den sonstigen Auswirkungen. Sie sehen an diesem Beispiel, dass schwierige Fragen behandelt und geklärt werden müssen. Wer hier nach dem Motto "Augen zu und durch" handelt, handelt unverantwortlich. Es gibt noch weitere Verkehrsfragen, die untersucht und gelöst werden müssen. Hierzu zählen z.B.:

Es gibt Überlegungen, die Staatsstraße im Osten geradeaus Richtung Poing zu verlängern. Was bedeutet das für die Überbauung der Staatsstraße im Bereich des OZ und die Verkehrsauswirkungen insgesamt?

Durch das OZ wird die Zahl der S-Bahnfahrer stark zunehmen. Sind diese Auswirkungen den Fahrgästen noch zumutbar? Wer jetzt früh und abends mit der S-Bahn fährt wird vielleicht Zweifel bekommen. Deshalb ist zu klären, wie die Situation entschärft werden kann. Der 10-Minuten-Takt wird in absehbarer Zeit nicht kommen, da mit dem Streckenausbau Richtung Mühldorf (Voraussetzung für Taktverkürzung) aus Geldmangel nicht zu rechnen ist.

Kinder

Wir werden ja hoffentlich weiterhin Kinder in unserer Gemeinde haben. Insbesondere junge Familien entscheiden sich aber nur für Kirchheim, wenn wir ihnen auch familienfreundliche Angebote machen. D.h. wir brauchen ausreichend Schulen und Kindergärten. Wir wollen ihnen nicht nur ein Dach über dem Kopf bieten, sondern auch angemessene Klassen- bzw. Gruppengrößen. Oder wollen Sie ihre Kinder in Mammutklassen schicken, die im Container untergebracht werden?

Derzeit haben wir noch ein relativ gutes Angebot an Sportstätten, aber auch hier bewegen wir uns auf die Kapazitätsgrenzen zu. Welche Auswirkungen hat der o.g. Einwohnerzuwachs auf das vorhandene Angebot bzw. wie können wir diese Probleme lösen? Weitere Sportstätten wird es sicher nicht geben. Es geht hier also ganz entschieden um die Frage der Lebensqualität für unsere Bürger.

Infrastruktur

Welche Einrichtungen wie z.B. Rathaus, Bürgerhaus, Senioreneinrichtungen, Jugendeinrichtungen, brauchen wir für unsere Bürger? Auch hier spielen die Kosten wieder eine entscheidende Rolle. Wir dürfen dabei nicht nur die Investitionen sehen, sondern auch die Lasten für den späteren Unterhalt berücksichtigen. Ein Beispiel dafür ist unser Collegium 2000, das ohne erhebliche Zuschüsse der Gemeinde nicht am Leben erhalten werden könnte. Mehrere derartige Projekte können wir uns nicht leisten.

OZ-Gestaltung

Eine wichtige Frage ist auch, wie sich das OZ hinsichtlich der umliegenden Entwicklungen gestalten lässt. Wir können doch vor dem Räter-Zentrum und den Riem-Arcaden nicht die Augen verschließen. Es ist sicher nicht schwer einzusehen, dass im OZ kein Shoppingzentrum mit Rundum-Angebot entstehen kann, so wie es früher einmal gedacht war. Wir erleben heute schon den Überlebenskampf der Geschäfte in Kirchheim. Deshalb wird sich das Angebot auf Läden zur Versorgung für den täglichen Bedarf reduzieren. Welche Auswirkungen ergeben sich dadurch auf die Planung und wie können wir verhindern, dass das OZ nur zur "Schlafstadt" abgleitet?

Finanzen der Gemeinde

Jedem Bürger ist bekannt, dass alle Gemeinden mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Auch unsere Gemeinde hat eine erhebliche Schuldenlast zu tragen. Wir können uns natürlich weiter verschulden und die Probleme der nachfolgenden Generation überlassen. Das ist ein Weg, den die VFW keinesfalls mitträgt. Deshalb lehnen wir eine "Schönrechnerei" ab und verlangen eine realistische Klärung der finanziellen Belastungen und welche Konsequenzen sich daraus kurz- und mittelfristig ergeben.

Die Haltung der VFW

Sie sehen an der unvollständigen Aufzählung, dass es eine Reihe wichtiger und schwieriger Fragen zu klären gibt. Wir von der VFW halten das OZ-Konzept von 1992/97 im Grundsatz für eine sehr gute Planung, die wir auch entsprechend unterstützt haben. In der letzten Zeit haben sich aber die Rahmenbedingungen wesentlich verändert. Die sich daraus ergebenden Auswirkungen müssen genau untersucht werden. Das OZ kann nur gelingen, wenn sich das Projekt für die Bauträger und die Gemeinde lohnt.

Wir vertreten hier die Seite der Bürger und sind der Meinung, dass die Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müssen. Wenn wir nach diesem Prozess zu dem Ergebnis kommen, dass sich das Projekt nachteilig auf unsere Gemeinde und Bürger auswirkt, dann werden wir dem Projekt nicht zustimmen und die Entwicklung von Alternativen verlangen.

Die Lebensqualität unserer Bürger hat Vorrang vor der Rendite der Investoren. Das wird unsere Devise bleiben. Wir werden Sie weiterhin ausführlich über die Entwicklungen informieren.

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