VFW - Nachrichten November 2006
Hier ist die online-Ausgabe unserer VFW - Nachrichten Kirchheim-Heimstetten (Nr. 43) vom November 2006.
Die VFW sagt NEIN zum Aufstellungsbeschluss und zum städtebaulichen Vertrag
Wir haben seit Anfang 2004 gegen die derzeit vorliegende „Ortsmitteplanung“ gestimmt und werden auch mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern versuchen, dass diese Planung realisiert wird.
Die vor Jahren diskutierte Planung wurde aus unserer Sicht während der Verhandlungen zum städtebaulichen Vertrag u. a. in folgenden Punkten verschlechtert:
- Die Gesamtfläche des Plangebietes beträgt derzeit ca. 440.000 qm – das ist so groß wie etwa 80 Fußballplätze. (Siehe Plan 1)
- Dieses Plangebiet wird in einem einzigen Bebauungsplan umgesetzt! Damit ist der Gemeinde jeglicher Einfluss, wie z.B. eine zeitliche Streckung, und/oder Korrektur- bzw. Gestaltungsmöglichkeiten, für immer genommen. Wir verlangen eine Umsetzung in mehreren Schritten bzw. Bebauungspläne.
- Die Geschossfläche (Baumasse) für den privaten Bau (Wohnen und Gewerbe) wurde nahezu verdoppelt (von ursprünglich 120.000 qm in 1993 auf inzwischen 203.000 qm) erhöht.
Diese Baumasse entspricht dem 18½-fachen der Wohnbebauung beim Sportpark!
- Diese Baumasse führt zu ca. 5.000 zusätzlichen Einwohnern. Zu dieser Zahl kommen ca. 1.200 zusätzliche Einwohner in geplanten bzw. schon genehmigten bzw. im Bau befindlichen Objekten wie Zugspitzstraße, Hausen-Süd, Martin-Lutherstraße usw..
Im Vergleich: die gesamte Gemeinde Feldkirchen hat ca. 5.700 Einwohner und 1.507 Gemeinden (das sind ¾ aller Gemeinden) in Bayern haben nur bis zu 5.000 Einwohner!
- Weil die Staatsstraße nicht wesentlich tiefer gelegt wird und der Deckel größtenteils beidseitig mit 5-geschossigen Wohnhäusern zugebaut wird, fällt die ursprünglich geplante „Sichtverbindung“, die das Zusammenwachsen der Gemeindeteile fördern sollte, weg.
- Der attraktive Einkaufsboulevard, das Kernstück der neuen Ortsmitte, ist weggefallen. Stattdessen wird ein Klotz als Verbrauchermarkt angeboten mit nur wenigen oberirdischen Parkplätzen für den geplanten Einkaufsbereich.
- Die Grünfläche vor dem Jugendzentrum wird durch die beidseitige Bebauung der Ludwigstraße in der Tiefe halbiert
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Zu diesen planerischen Verschlechterungen kommen noch die Kosten, die unsere Gemeinde NICHT tragen kann:
- Die gesamten Infrastruktur-Maßnahmen, einschließlich der Straßenanbindungen (incl. B471-neu), belaufen sich auf ca. 85 Mio. Euro. Davon tragen die Bauträger nur ca. 15 %, gestreckt auf 10 bis 15 Jahre!
- Mit dem von den Bauträgern zugesagten Beitrag für Infrastruktur kann die Gemeinde z.B. nur ein Rathaus bauen. Wie sollte der Rest (Bürgerhaus, Kindergärten,...) finanziert werden?
- Es fehlen Aussagen über die Finanzierung von Verkehrslösungen im Bereich der Staatsstraße, über weitere Sportfreiflächen, usw.
Weitere Belastungen für die Gemeinde werden die Folge sein.
- Die Finanzierung und Baudurchführung des Deckels sind noch keineswegs gesichert.
- Es könnte nach derzeitigem Wissensstand die schlimmste Lösung für die Gemeinde darin bestehen, dass die Bauträger – nach Abschluss des Bebauungsplanverfahrens – Baurecht für das Zentrum bekommen und der Deckel sich als nicht realisierbar darstellt.
Die Folge könnte sein, dass die Bebauung einen großen Abstand zur Staatsstraße haben müsste wg. Lärmschutz. Um aber das im Bebauungsplan genehmigte Baurecht auszuschöpfen, müssten dann im restlichen Plangebiet Gebäude drastisch erhöht werden.
Deshalb Stopp mit den derzeitigen Planungen!
Wir von der VFW wollen hingegen, dass dieser Ort weiterhin lebens- und liebenswert bleibt, und zwar mit folgenden Maßnahmen:
- Zusammenwachsen nicht durch Beton sondern durch Grünflächen
Weiterarbeit an der Idee von der grünen Ortsmitte – auf Basis des Konzeptes von Prof. Reichenbach-Klinke aus dem Jahre 2004. Hierbei helfen uns seine Vorarbeiten, die er mit Bürgern aus unserer Gemeinde erarbeitet hat. Siehe Plan 2.
- Wegfall des Deckels
da er nicht bezahlbar und auch nicht vernünftig realisierbar ist, dafür mehrere Brückenlösungen zur Verbindung der Ortsteile, so wie es die Goergens-Planung ursprünglich vorsah. Abrücken der Bebauung von der Staatsstraße und Trennung mit konventionellem Lärmschutz.
- Konzept für den ruhenden Verkehr in der weiteren Ortsentwicklung
Baukörper und Verkehrsführung stammen aus den 70er Jahren, als es noch galt: 1 Haus = 1 Auto! Die so entstandene Parkplatznot ist bei der Planung von neuen Quartieren mit zu berücksichtigen und konzeptionell zu lösen.
- Erarbeitung eines innerörtlichen Verkehrskonzepts
Verhinderung des Durchgangsverkehrs und gleichzeitig Erschließung unserer Gemeindeteile über eine Osttangente von der Kreisstraße M1 (Friedhof) bis zu der Staatsstraße ST2082. (Siehe Plan 2)
Plan 2 (nach dem Konzept von Prof. Reichenbach-Klinke):
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