Kolumnen 2013


 

Kolumnen aus dem Jahr 2013 

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Zwei Themen aus Kirchheim (Dezember 2013)

1. Inklusion

Im September fungierte ich als Wahlhelfer in einem Klassenraum der Silva-Grundschule und wurde gefragt, warum diese Klasse denn „1Z“ heißt.

Seit diesem Schuljahr haben wir insgesamt drei Partnerklassen des Förderzentrums Unterschleißheim in der Silva-Schule, die mit den regulären Grundschulklassen kooperieren. Kinder aus Kirchheim, Feldkirchen und Aschheim, die wegen einer Behinderung oder einer anderen Einschränkung speziellen Förderunterricht brauchen, bekommen den nun hier in der Silva-Schule, in kleinen Klassen, ohne langen Schulweg und mit speziell ausgebildeten Förderschullehrern aus Unterschleißheim. Der Stoff der ersten zwei Klassen wird beim Förderunterricht in drei Jahren vermittelt. Die Klassen heißen 1c, 1Z (Z-wischenklasse) und 2c, alle drei zusammen haben etwa 40 Schüler, davon sehr viele aus Kirchheim. Einige Kinder können danach am normalen Grundschulunterricht teilnehmen, was dem Ziel der Inklusion entspricht, andere gehen dann weiter in die Förderklassen nach Unterschleißheim.

2. Breitbandversorgung

Die Gemeinde Kirchheim bewirbt sich – als einzige im Landkreis Nord – um eine Landesförderung für eine bessere Breitbandversorgung. Nach der Privatisierung der Telekommunikation kann die Gemeinde nichts bewirken, und für die Provider rechnet sich der Ausbau der schlecht versorgten Gebiete nicht. Ein Experte hat diese im Auftrag der Gemeinde identifiziert als Hausen-Süd, dann Kirchheim-Mitte, schließlich auch die Gotensiedlung im NO und den Bussard-Ring bei der Vogelsiedlung. Das komplizierte Förderprogramm unterstützt nur Bereiche mit Gewerbetreibenden, die Datenraten mit 50 oder 100 MB/sec brauchen. Die Befragung dazu wurde in den ersten zwei Bereichen  schon durchgeführt, nach Zustimmung vom Gemeinderat folgen nun die weiteren zwei.  Auch wenn das „Erschließungsgebiet“ mit dem förderwürdigen Gewerbe klein ist, würde da ein Verteilerkasten mit Glasfiber auch dem angrenzenden Wohngebiet zu einer besseren Breitbandversorgung verhelfen. Im Rahmen des Förderprogramms ergeht eine Ausschreibung für die Versorgung der „schlechten Gebiete“. Das notwendige Netz dafür haben wohl nur Telekom und KMS, letztere Firma soll die von der AFK verlegte Glasfiber auch an Kunden ohne  Geothermie-Nutzung vermarkten. Dabei ist die rechtliche Klärung  – ist die freie Vermarktung der AFK-Glasfiber mit der Geothermie-Bezuschussung bei ihrer Verlegung verträglich – leider bei der AFK noch nicht abgeschlossen.

Dr. Rainer Knüppel
Gemeinderat der VFW

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Ein Märchen für Erwachsene (November 2013)

Jetzt schreitet der Herbst voran und kaum sieht man richtig hin, ist schon wieder Weihnachten und der Nikolaus erscheint am Horizont. Die Kinder in Kirchheim, Heimstetten und Hausen, die noch an ihn glauben, sind gespannt auf den strengen aber gerechten alten Mann. Die Erwachsenen jedoch, die stillschweigend über die falschen Bärte Bescheid wissen, lesen von anderen Männern in der Zeitung, die zwar auch alt sind, aber sich selber einen ellenlangen Wunschzettel gebastelt haben.

Ach du liebe Zeit! Ob das Christkind das wohl alles bewältigen kann?

Durchgangsverkehr raus aus den Wohngebieten, Pendler und LKW auf Umgehungsstraßen, ortsansässige Pendler direkt auf Umgehungsstraßen leiten, im Ort keine Umwege, weniger Benzinverbrauch, weniger CO2-Ausstoß, 30 km/h überall im Ort und einiges mehr.

Viele gute und hehre Wünsche und kein einziges Wort über ein Finanzierungskonzept. Aber wenn es den Weihnachtsmann, Einhörner, Harry Potter mit seinem Zauberstab, gute Feen und Goldtöpfe unter Regenbögen gibt, braucht man sich über Geld und Zeit ja keine Gedanken zu machen. Wir jedoch wissen, dass das Christkind keinen Geldbeutel hat und die Eltern selbst die Geschenke für ihre Kinder kaufen und bezahlen werden müssen.

Das müssten ja auch unsere Freizeit-Verkehrsexperten in ihrem fortgeschrittenen Alter und mit ihrer immensen Lebenserfahrung eigentlich schon längst realisiert haben, außer sie glauben immer noch an den Weihnachtsmann oder sie meinen es nicht ernst, denn warum schließen sie sich dann nicht einer der seriösen Parteien an unserem Ort an, um ihre Ideen in die Tat umzusetzen und verlegen sich bequem aufs Wünschen?

Vielleicht ja, weil Wünsche dann doch manchmal wahr werden können, wie zum Beispiel endlich mal mit einem hübschen farbigen Bild und Namen in der Zeitung zu stehen? Immerhin das. Und ich hätte gerne einen roten Ferrari.

Brian Burger
VFW-Gemeinderat

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Christliche Nächstenliebe (Oktober 2013)

Das Problem Asyl ist leider heute in der Welt immer noch ein Thema. Die betroffenen Personen und Familien, oft Kinder haben meist einen schrecklichen Weg hinter sich und wollen schnellstmöglich wieder ein normales Leben führen. Viele unserer Eltern kennen das Problem sicher noch aus der Nachkriegszeit und sind wohlmöglich selber als Asylant nach Deutschland gekommen und hier glücklich geworden. Wir alle leben hier in einer wunderbaren, friedlichen Welt und verglichen mit den Asylsuchenden geht es uns hervorragend. Da sollte eine soziale Einstellung und christliche Nächstenliebe eigentlich selbstverständlich sein.

Kirchheim und Kirchheimer Bürger haben in den 90er Jahren schon einmal positiv bewiesen, dass sie ein großes Herz für Asylbewerber hatten und durch ein breites soziales Netzwerk wurden die Asylanten von damals bestens betreut und sind heute in aller Regel sehr gut in die Gemeinde integriert. Warum soll das heute nicht mehr möglich sein? Die im Raum stehenden Zahlen von etwa 60 oder 70 Asylbewerbern, das sind gerade einmal 0,5 % der Kirchheimer Einwohnerzahl. Es ist kaum glaublich, dass Stimmen laut werden, sollen doch die anderen Gemeinden sich darum kümmern oder der Landkreis soll sich um eine zentrale Unterbringung bemühen. Eine große Heuchelei ist die Erkenntnis, dass eine dezentrale Unterbringung den Asylbewerbern am meisten hilft und eine schnelle Integration ermöglicht, gleichzeitig aber einen Antrag auf eine zentrale Unterbringung durch den Landkreis stellt. Auch entbehrt die Argumentation, dass eine Verbindung zwischen  Asyl und Obdachlosigkeit besteht, jeglicher Grundlage, was die Kirchheimer Historie mit Asylbewerbern vor mehr als 20 Jahren belegt. Im neuesten Bericht der UNHCR zur Flüchtlingssituation wird dergleichen für Deutschland auch nicht bemängelt.

Und der Gipfel an Scheinheiligkeit ist ein Antrag auf Bau von Wohnungen für Asylbewerber. Die Idee wäre super, wenn sie ein langfristiges und nachhaltiges Ziel verfolgen würde. Für die aktuelle Situation wird der Eindruck erweckt, man kümmert sich sehr um das Thema Asylbewerber, wohl wissend, dass die Wohnungen realistisch gesehen erst in zwei bis drei Jahren zur Verfügung stehen. Die Hoffnung der Antragsteller ist wohl, keine Asylbewerber aufnehmen zu müssen. Wenn die Wohnungen fertig gestellt wären, sind die Asylbewerber von heute hoffentlich oder sehr wahrscheinlich wieder zurück in eine befriedete Heimat oder integriert. Und das soll Christlich und Sozial sein?

Wolfgang Heinz-Fischer, 1.Vorsitzender
Dr. Rainer Knüppel, 2. Vorsitzender / Gemeinderat

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Wahlk(r)ampf (August 2013)

Viele werden sich fragen, wo ist die VFW in Kirchheim in der beginnenden Wahlkampfschlacht für die Bundestags- und Landtagswahlen? Da die VFW ausschließlich den kommunalen Belangen der Bürger von Kirchheim verpflichtet ist, tritt sie logischerweise nur bei den Kommunalwahlen aktiv auf. Auch zwischen der VFW Kirchheim und der bei den Landtagswahlen kandidierenden „Freien Wählern“ gibt es keine Verbindung.

Die VFW hat den vergangen Jahren bewiesen, dass sie vernünftige Politik betreibt. Gemäß dem Spruch „Vernunft führt weiter“ halten wir nichts von Aktionismus und Schaufensteranträgen, nur um den Eindruck zu erwecken, ein echter Aktivposten zu sein, der die Belange der Bürger versteht und umsetzt. Leider wissen wir zu genau, was besonders die großen Partien so alles vor dem Wahlkampf versprechen, ausschließlich um Stimmen in allen Lagern zu fischen. Die VFW-Politik dagegen ist nachprüfbar und nachweislich geradlinig. Wir versprechen nichts, was wir nicht auch halten können. Selbstverständlich lassen sich nicht alle unsere Pläne umsetzen, schließlich – oder sollte man sagen Gott sei Dank? –  gibt es in Kirchheim keine absolute Mehrheit. Das fordert immer optimale Kompromisse.

Wenn man weiß, dass die Verwaltung in der Gemeinde Kirchheim zurzeit u.a. durch längere Ausfälle durch Krankheit stark geschwächt ist, sind unsinnige Anträge eigentlich eine Frechheit und dienen nicht dazu, wirklich etwas politisch zu bewegen. Wie sind sonst immer wiederkehrende Anträge zu verstehen, zu Themen die nicht in der Hand der Gemeinde liegen, wie u.a. Geschwindigkeitsbegrenzung oder Flüsterasphalt auf der Autobahn. Viele weitere Themen sind im Verfahren. Es ist also völlig unangebracht, den Eindruck zu erwecken, man kümmert sich darum. Auch der Antrag der VFW vor zwei Jahren, ein neues Rathaus zu bauen, stieß damals auf wilde Proteste aller Fraktionen im Rathaus. Jetzt ist Wahlkampf, da macht es sich natürlich gut, einen eigenen Antrag einzubringen. Dies sind nur einige der Auswüchse des Wahlkampfes, Ehrlichkeit wäre hier eher angesagt, es geht schließlich im Moment um die Landtags- und Bundestagswahl.

Die VFW als verlässlicher Partner im Gemeinderat wird bei der kommenden Kommunalwahl wieder als starke Gruppierung antreten, auch mit eigenem Bürgermeisterkandidaten. Das Gerede über Unterstützung des aktiven Bürgermeisters für einen anderen Kandidaten ist damit wohl hinfällig. Aber selbstverständlich kann die VFW nur etwas bewegen, wenn Sie sich einbringen. Bewegen Sie etwas und übernehmen politische Verantwortung für sich und Ihre Familie. Nur so können Sie sicher sein, dass Ihre politische Meinung Einfluss in die reale Politik nimmt. Die VFW steht für eine ehrliche, konstante, nachvollziehbare und verlässliche Politik und ist ausschließlich auf die kommunale Politik in Kirchheim fokussiert.

Wir wünschen Ihnen allen schöne und erholsame Ferien.

Wolfgang Heinz-Fischer
1.Vorsitzender VFW Kirchheim/Heimstetten

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Weiterer Ausbau der Fernwärme durch die AFK Geothermie (Juli 2013)

Dazu tagten die Gemeinderäte von Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim im schönen neuen Feldkirchner Rathaus. Das Hauptergebnis: unsere Geothermie arbeitet erfolgreich und wird weiter ausgebaut.

Nach Ablauf der 5-Jahresplanung für Ausbau und Finanzen haben die Gemeinden im neuen Haushalt weiteres Geld für den Ausbau des Transportnetzes eingestellt, damit nicht nur im vorhandenen Transportnetz „nachverdichtet“ wird (Anschluss neuer Kunden von vorhandenen Leitungen aus). In Kirchheim fehlt das Netz noch in den östlichen Gemeindeteilen. Wir hoffen, dass die AFK dann wieder genaue Ausbaupläne veröffentlicht.

Der Leistungszuwachs für den Ausbau braucht nun ab 2014/2015 in der Energiezentrale eine so genannte Mittellastanlage. Die soll während der Heizperiode etwa 25% von der Jahresleistung abdecken.  Bisher haben wir für Spitzenlast einen Heizölkessel, der im Winter etwa 4 Wochen läuft und auch einen Ausfall der Geothermie überbrücken kann. Eine Mittellastanlage war ursprünglich geplant auf Hackschnitzelbasis und dann nicht notwendig, als die Bohrung mehr und heißeres Wasser förderte als erwartet. Die Bürgermeister im Aufsichtsrat erwarten nun von der Anlage vor allem: langfristige Wirtschaftlichkeit und vertretbare jährliche Investitionen, günstigere Energie zu den Kunden, Stromproduktion  für den Pumpbetrieb der Geothermie, schließlich einfache und robuste Technik.

Zwei Varianten nutzen ein Blockheizkraftwerk auf Öl- oder auf Gasbasis mit zusätzlichen Wärmepumpen (Absorption aus Rücklauf des Geothermiewassers). Beide liefern viel eigenen Strom, außerdem entfällt die Energiesteuer für ein Blockheizkraftwerk. Eine weitere Geothermiebohrung scheidet als Alternative für die nächsten Jahre aus wegen der vielfach höheren Kosten. So wurde die Gas-Variante gewählt wegen der billigeren Energieproduktion, trotz der Zusatzkosten für eine Gasleitung. Die Entscheidung fiel einstimmig bei den Gemeinderäten wie vorher schon im Aufsichtsrat. Technische Details vom Referenten Dr. Kuckelkorn finden Sie hier

Dr. Rainer Knüppel
Gemeinderat der VFW

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Politik 2.0 (Juni 2013)

In den letzten Jahren hat sich das Wählerverhalten deutlich verändert. Dementsprechend hat sich auch der Auftritt der politischen Gruppierungen angepasst. Digitale Medien, wie das Internet oder Netzwerke spielen eine immer größere Rolle. Dabei ermöglichen die digitalen Medien, Bürger besser und schneller zu informieren, was die vorbildliche Kirchheimer Webseite  ganz hervorragend macht. Auf der anderen Seite ermöglichen die digitalen Medien auf einfache Art und Weise, Bürgerwünsche zu erfassen oder Interessen von Gruppen zusammen zu bringen und zu artikulieren. Die politischen Veränderungen in Nordafrika waren nur auf diesem Wege möglich. Aber die Netzwerke bieten auch Raum für viel Unfug, da man sich ja anonym artikulieren kann, wie man u.a. von Facebook hinlänglich weiß.

Die hochgelobten Netzwerke bei manchen politischen Gruppierungen in Kirchheim lassen da an der selbst verordneten Transparenz viel zu wünschen übrig. Wenn ca. 50% anonyme Teilnehmer sind und nur 40% aktiv teilnehmen, ist sicher ein Anfang gemacht, aber von politischer Transparenz und Erfolg kann nicht unbedingt die Rede sein. Wenn die digitalen Medien zusätzlich dazu genutzt werden, das Programm einer politischen Gruppierung zu definieren, wird es für den Bürger sicher schwer, ein klares Profil zu erkennen. Wenn es dazu dient, den Willen der Mehrheit der Bürger zu erfassen und umzusetzen, dann könnte man gleich den Gemeinderat abschaffen und alle Entscheidungen in der Gemeinde auf diesem Weg herbeiführen. Realität ist ja, dass am Ende des Tages reale Personen die Politik umsetzen müssen und sich nicht anonym verstecken können. Wer also wirklich politisch etwas bewegen will, wird das nur durch persönliches Engagement erreichen. Die etablierten Gruppierungen bieten dazu genügend Möglichkeiten, sei es als Teilnehmer an politischen Veranstaltungen oder als aktiver Kandidat bei der nächsten Wahl. Sicher ist es bequemer, von der Couch über Netzwerke anonym seinen Unmut zu äußern, die Frage bleibt, was das in der realen Politik wirklich bewegt.

Bewegen Sie etwas und übernehmen politische Verantwortung für sich und Ihre Familie. Nur so können Sie sicher sein, dass Ihre politische Meinung Einfluss in die reale Politik nimmt. Die VFW steht für eine konstante, nachvollziehbare und verlässliche Politik und ist ausschließlich auf die kommunale Politik in Kirchheim fokussiert. Wir sind weder in der Bundes- noch in der Landespolitik aktiv oder von dort beeinflusst. Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, beim nächsten Stammtisch am Donnerstag, den 13. Juni ab 19:30 Uhr in der Sportgaststätte „Zum Kelten“ aktiv ihre Zukunft in Kirchheim bei der VFW mit zu gestalten. Wir freuen uns auf Ihren politischen Einstieg in Kirchheim.

Wolfgang Heinz-Fischer
1.Vorsitzender VFW Kirchheim/Heimstetten

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Ein altes Thema: Das neue Rathaus (Mai 2013)

Seit Jahren sind die Ämter unserer Gemeindeverwaltung über den Ort verstreut: Bauamt und Umweltamt im REZ, Gemeindearchiv und Registratur im Bauhof, das Steueramt in Mieträumen gegenüber vom Rathaus, die anderen Ämter und der Bürgermeister im alten Rathaus. Die Zersplitterung ist nachteilig für die Bürger wie für die Angestellten der Gemeindeverwaltung und auf Dauer nicht akzeptabel. Weitere Minuspunkte machen eine Lösung dringend: Mangelhafter Brandschutz im Gemeindearchiv, fehlende Fluchtwege und Barrierefreiheit für Räume unter dem Rathausdach, beengte Arbeitsplätze. Dies schreit nach einer Zusammenführung der Gemeindeverwaltung in modernen Räumen.

Die CSU hatte vorgeschlagen, als neues Rathaus eine leer stehende Gewerbeimmobilie an der S-Bahn anzumieten. Das würde eine Miete mit Betriebskosten von knapp einer halben Million Euro im Jahr ausmachen, was finanziell den Neubau eines Rathauses verhindert. Aber ein Neubau wäre durchaus in wenigen Jahren möglich. Nach aktuellem Plan zur Ortsentwicklung soll das neue Rathaus mit Bürgerhaus am Nordende des Ortsparks stehen, zwischen Heimstettner Straße und Staatsstraße. Die Gemeinde hat vor gut einem Jahr das Grundstück dazu erworben, das unabhängig vom Ablauf der Ortsentwicklung bebaut werden kann. Freihändig geschätzt reichen vier Jahre bis Fertigstellung: Ein Jahr für den Architekturwettbewerb bis zur Preisvergabe, ein weiteres für die genaue Planung bis zur Baugenehmigung und noch zwei Jahre für die Bauausführung.

Für den Neubau müssen Rücklagen gebildet werden. Dafür wollte der Bürgermeister vor einem Jahr in der Finanzplanung die Investitionen für drei Projekte verschieben: Die Radwegbrücke über die Staatstraße neben der Ellipse (welche bei einem Umbau der Kreuzung durch das Land evtl. abgerissen wird), den Lärmschutzwall nach Abschnitt V im Nordwesten von Kirchheim (welcher zusammen mit dem geplanten vierspurigen A99-Ausbau von der Autobahndirektion finanziert würde), und schließlich die Baukosten für ein Mehrgenerationenhaus im Ortsteil Kirchheim. Diese Verschiebung von Investitionen zugunsten eines schnellen Rathaus-Neubaus wurde leider von CSU, SPD und Neuer Union abgelehnt.

In jedem Fall wird ein Neubau erleichtert durch eine Bauausführung in zwei Bauabschnitten: Erst im zweiten Bauabschnitt sollte das Bürgerhaus entstehen.

Die VFW tritt für einen zügigen Rathaus-Neubau ein und für einen Architektur-Wettbewerb als nächsten Schritt.

Dr. Rainer Knüppel
Gemeinderat der VFW

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Wahlkampfversprechen (April 2013)

Bei den etablierten Parteien merkt man deutlich den beginnenden Wahlkampf, der sich in einer Häufung von populistischen Anträgen und Abstimmungen niederschlägt. Dabei wird oft übersehen, dass die Anträge Dinge beinhalten, die schön klingen, aber leider mit einer Realisierbarkeit oft wenig zu tun haben. Ein extremes Beispiel ist hier die Entscheidung für einen Wirtschaftsbeirat und die umfangreichen Verlautbarungen zu diesem Thema.

Sicher hat jede Gemeinde das Ziel, möglichst hohe Gewerbesteuereinnahmen zu erzielen. Auf der anderen Seite ist die Gemeinde aber auch angehalten, sorgfältig mit den Ausgaben umzugehen. Es verwundert da schon, dass beim Antrag für eine Wirtschaftsförderung gleich ein ganzes Referat beantragt wird, was im Landkreis keine einzige Gemeinde bisher hat. Wenn ein Wirtschaftsreferat das Allheilmittel zu mehr Gewerbesteuereinnahmen ist, warum haben dann die anderen Gemeinden kein derartiges Referat?

Warum stellt keiner außer der VFW die Frage, wie sie jede Firma bei Investitionen stellen würde?  So würde z.B. jede Firma bei Investitionen einen Budget- und Businessplan erstellen, ehe sie investiert. Und die Gemeinde? Sonst wird jeder Cent in der Gemeinde dreimal rumgedreht und im Gemeinderat heftig diskutiert, ob diese Investition auch wirklich notwendig ist. Bei der Entscheidung für ein Wirtschaftsreferat lagen keinerlei Daten oder Budgetpläne über die Höhe der Kosten für ein Wirtschaftsreferat vor. Die Kosten sind ja nicht nur die Gehälter für das Personal, sondern auch die Personalnebenkosten und u.a. Marketingkosten, also das notwendige Werkzeug für das Wirtschaftsreferat. Und das kann dann ganz schnell ein sehr großer Ausgabeposten im Gemeindeetat sein.

Auf der anderen Seite gibt es auch keine klar definierten Ziele, was durch die Arbeit des Wirtschaftsreferats an zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen generiert werden soll. Für eine Firma eine undenkbare Vorgehensweise. Wenn ich als Marketingleiter in meiner Firma einen Euro als Budget beantrage, muss ich glaubhaft belegen, dass damit mindestens zusätzliche zwei Euro erwirtschaftet werden.

Realistisch betrachtet, kann auch ein Wirtschaftsreferat keine Wunder vollbringen und muss mit den Gegebenheiten, wie vorhandene Grundstücke etc. leben und planen. Ich habe die Verlagerung einer Firma von Düsseldorf nach München organisiert, und damals war kein Wirtschaftsfachmann oder Bürgermeister mein Gesprächspartner, sondern ausschließlich Gewerbeimmobilienfirmen, die so etwas sehr professionell durchführen, auch in Kirchheim. Und bisher ist es der Verwaltung und dem Bürgermeister ja durchaus gelungen, neue Betriebe anzusiedeln oder den Expansionswünschen bestehender Betriebe nachzukommen. Und das ohne zusätzliche und unsichere Investitionen!

Wirtschaftsförderung ja, aber mit klaren Eckdaten.

Wolfgang Heinz-Fischer
1.Vorsitzender VFW Kirchheim/Heimstetten

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Weniger ist mehr – Mehrgenerationenhaus (März 2013)

Mit dem neuen Baugebiet in Kirchheim östlich vom Moosweg hatte die Gemeinde ein Grundstück in der Münchner Straße erworben. Der günstige Kaufpreis ist gebunden an einen sozialen Zweck bei der späteren Nutzung. Das baureife Grundstück hat einen Marktwert im siebenstelligen Eurobereich und erlaubt nach Bebauungsplan eine Geschossfläche von gut 2500qm oder eine Wohnfläche von knapp 2000qm bei einem Mehrgeschossbau.

Der Gemeinderat muss den sozialen Zweck der Grundstücksnutzung bestimmen und wollte das Projekt einer Mehrgenerationenhauses verfolgen. Dazu wurden Referenten vom Verein „Urbanes Wohnen“ aus München in die Gemeinderatssitzung im Dezember eingeladen. Deren Vortrag und die anschließende Diskussion ergaben, dass ein klassisches Mehr-Generationen-Wohnen wie dargestellt an Beispielen aus München für unsere Gemeinde kaum in Frage kommt. Mehrere Generationen von Kindern und jungen Erwachsenen bis zu Senioren mit altersbedingten Einschränkungen wohnen separat, aber in einem Gebäude zusammen und bilden eine Wohngemeinschaft, die sich regelmäßig trifft, gegenseitig bei praktischen Tätigkeiten hilft und bestimmte Räume oder den Garten gemeinschaftlich nutzt. Die Bewohner sind als Mieter organisiert in einer Genossenschaft oder in einem Verein mit Sonderrechten bei der Auswahl von neuen Mietern.

Wir haben in Kirchheim keine Wohnbaugenossenschaft, eine solche ist nicht schnell aufgebaut, und es macht wenig Sinn, den Grund hier einer Genossenschaft aus München zu überlassen zum Bauen und Bewohnen durch ihre Mitglieder. Leider schläft das Gemeinschaftsleben meistens nach einigen Jahren ein.

Uns scheint es sinnvoll, zuerst die Zielgruppen mit besonderem Wohnbedarf in Kirchheim zu bestimmen und dann für diese einen Mehrgeschossbau zu planen. Wohnraum fehlt – auch nach Ansicht unseres Sozialmanagers Freund – für folgende Gruppen: SeniorInnen, die vom Reihenhaus in eine barrierefreie Wohnung wechseln wollen, kinderreiche Familien, die Wohnung mit vielen Zimmern brauchen, junge Singles, die ihren ersten Wohnraum günstig in einer WG suchen, und schließlich Alleinerziehende. Die erste Gruppe kann zu marktüblichen Preisen mieten oder auch kaufen, die anderen sind auf günstige Mieten angewiesen.

Damit verbunden, aber vom Gemeinderat noch ungeklärt ist dann die Finanzierung eines passenden Neubaus – drei Varianten stehen zur Wahl: Verkauf des Grundstücks an Bauträger mit Zweckbindung für Neubau, Erbpachtmodell mit Bauträger oder Bau durch die Gemeinde. Es gibt im Großraum München einige Baugesellschaften mit Erfahrung in vergleichbaren Projekten. Das Erbpachtmodell scheint uns interessant, weil es günstige Mieten erlaubt ohne neue Investition durch die Gemeinde.

Nach Beschluss des Gemeinderats soll zu diesem Projekt noch im ersten Quartal ein Informationsabend für alle interessierten Bürger veranstaltet werden.

Rainer Knüppel
Gemeinderat der VFW

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Neues aus den Kirchheimer Gewerbegebieten (Februar 2013) 

Einmal keine Querelen aus dem Gemeinderat, sondern Aktuelles aus unseren Gewerbegebieten. Die Gewerbesteuer füllt fast die halbe Gemeindekasse und finanziert allgemeine Einrichtungen wie die neue Kinderkrippe. Unsere Bürger arbeiten meist in der Stadt und wissen wenig über die hiesigen Firmen. Beim Einzug in ein vorhandenes Gebäude wie die Oldenbourg-Halle wird nur Gewerbe angemeldet und beim Steueramt registriert. Erst bei Nutzungsänderung, Ausnahmegenehmigung oder Bauantrag sind Gemeinderäte damit befasst. Neue Gutachten liefern kaum Information. Hier nach kurzer Recherche einige Beispiele:

Ein großer Steuerzahler ist die Firma Disco Hi-Tec, Tochter eines japanischen Herstellers von Säge- und Schleifmaschinen, in der Liebigstraße hinter dem Karstadt-Lager. Gebäude und Grundstück beschränkten die Expansion, die Firma wollte wegziehen. Bürgermeister und Verwaltung hörten davon und regten einen Erweiterungsbau auf einem größeren Grundstück an. Nach Grundstückskauf und genehmigten Bauanträgen bleibt die Firma nun hier. Bei der Firma SEW Eurodrive für Anlagenbau und Antriebstechnik, gleich daneben, war auch die gewünschte Vergrößerung der Firma nicht möglich auf dem Grundstück. Auch hier wurde in Abstimmung mit der Gemeinde zum Karstadt-Lager hin Grund zugekauft und die Erweiterung von Gebäude und Stellplätzen eingeleitet.

Im Kirchheimer Gewerbegebiet neben den Tennisplätzen baut die Firma Michael Nagy ein vierstöckiges Bürogebäude mit Werkhalle, Lager und Wohnung. Das Familienunternehmen für Abbruch und Rückbau, gegründet vor 13 Jahren, zieht dann mit ca.30 Angestellten von München nach Kirchheim.

Zwei Firmen haben sich 2012 in den Heimstettener Gewerbegebieten  angesiedelt, also Baugrund gesucht und gekauft, neu gebaut und umgezogen und das Geschäft schon 3/4 Jahr nach Bauantrag hier fortgeführt. (Nebenbei: die Gemeinde besitzt kein Grundstück mehr im Gewerbegebiet.) Die Firma Chetra in der Marsstraße hinter der S-Bahnbrücke produziert und vertreibt Dichtungen für Industrie, bes. Bohrtechnik, mit Zentrale in Singapur, hat ihren Europasitz mit ca. 50 Angestellten von Garching nach Kirchheim verlegt. Die Firma Niederberger in der Mitte der Ammerthalstraße liefert Gastronomiebedarf (für Profiküchen, Lebensmittelläden, bes. Bäcker und Metzger) und bietet dafür Komplettlösungen an. Mit ähnlich vielen Angestellten hat sie wegen des Abrisses der Münchner Großmarkthalle einen neuen größeren Firmensitz mit guter Anbindung im Großraum München gesucht.

Den Baugrund nördlich davon hat Mytheresa, ein Internethandel für hochwertige Mode, gekauft und einen Bauantrag gestellt. Der Firma mit fast 150 Mitarbeitern ist es in Dornach zu eng geworden. Eine weitere  Firma will sich ansiedeln auf  dem Areal südlich von Farben-Huber neben der Autobahn.

Der Erhalt von guten Firmen und die Ansiedlung von neuen sind erfreulich. Positiv ist der Trend zu höherwertigen Verteilzentren, Dienstleistungen und Industrietechnik, begünstigt von einer sehr guten Verkehrsanbindung (S-Bahn, Autobahn, Flughafen). Und schließlich hat sich mit der Konjunktur auch unsere Gewerbesteuer besser als erwartet entwickelt.

Dr. Rainer Knüppel
Gemeinderat der VFW

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Und weiter geht´s! (Januar 2013) 

Jetzt haben wir schon 2013 und allen Weltuntergangsgerüchten von 2012 zum Trotz steht die Welt immer noch, man möchte es gar nicht glauben! Die damaligen Verschwörungs-Theoretiker beißen sich jetzt gelackmeiert auf die Lippen. Das ist ein Jahrhunderte altes Lied mit den falschen Propheten, die sich immer wieder der Lächerlichkeit preis geben.

Es ist erstaunlich, welche Energie manche Menschen aufbringen, um phantastische Katastrophen-Szenarien zu entwerfen, die sie dann unermüdlich propagieren. Realistisch gesehen, wäre es wohl eine Katastrophe, wenn wir zwischen marodierenden Schulen, heruntergekommenen Sportstätten, kaputten Straßen, defekten Verkehrsampeln, verwahrlosten Senioren und Jugendlichen, sowie ohne solide Gemeindefinanzen in unserer Gemeinde leben müssten. Zum Glück ist das nur ein Hirngespinst aber diese Dinge betreffen uns alle hier. Bombastische Projekte und der gebetsmühlenartige Missmut einzelner sind in mancher Augen wohl leider wichtiger und erwähnenswerter?

Auch nie verstummende Propheten in unserer Gemeinde verkünden ja schon seit Jahren unablässig die Predigt vom Stillstand und verwechseln das mit Lebensqualität und Stabilität. Nur ein prominentes Beispiel soll zeigen, dass wir als VFW die Augen auf das Wesentliche richten, ohne auf die alte Leier des Stillstands hereinzufallen:

Wir haben uns trotz Unkenrufen und zahlreicher wichtigen und verpflichtenden Aufgaben nicht zur Resignation verleiten lassen, sondern werden die Kinderkrippe an der Poinger Straße gegen den ursprünglichen Widerstand der meisten anderern Fraktionen mit klarem Blick zeitgerecht im September realisiert haben.

Auch ist es eine große Leistung, eine Gemeinde trotz vieler Fraktionen und daraus entstehender schwieriger Mehrheitsverhältnisse zuverlässig und ernsthaft zu leiten, ganz abgesehen von einer Verwaltung mit voll ausgelasteter Kapazität. Falsche Propheten irren sich immer, denn sie haben nun mal keine Ahnung, wovon sie eigentlich reden.

Ewiges Gejammer oder verrückte Geschichten führen nicht weiter in die Zukunft, sondern Vernunft, mit der wir mehr gemeindeeigene Solaranlagen, ein neues KSC-Vereinsheim im renovierten Merowinger Hof, eine neue Minigolf-Anlage und Mehrgenerationen-Wohnen gestalten wollen. Für Katastrophen sind wir nicht zu haben, denn die Welt dreht sich weiter und wir bleiben am Ball.

Brian Burger
VFW-Gemeinderat

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